: Haupteingang des Volkskundemuseum Wien, Gartenpalais Schönborn. Foto: Matthias Klos © Volkskundemuseum Wien
Haupteingang des Volkskundemuseum Wien, Gartenpalais Schönborn. Foto: Matthias Klos © Volkskundemuseum Wien
Seit 1994 zeigt das Logo des Volkskundemuseum in stilisierter Form das Motiv eines Vogels mit menschlichem Gesicht auf der Brust, der sich selbst bei der Nase packt. Hierbei handelt es sich um eine populäre Übersetzung der Redensart „Nimm dich selbst bei der Nase“. Die Figur stammt von einem hölzernen Schlittenkopf aus der Sammlung des Volkskundemuseum und ist in der ständigen Schausammlung ausgestellt. Barocke Prunkschlitten waren häufig von geschnitzten Figuren gekrönt, mit Darstellungen von Menschen- oder Tierköpfen und Fabelwesen.
Das Volkskundemuseum Wien versteht Volkskunde als Auseinandersetzung mit Kultur und ihren materiellen Äußerungen. Wir fragen, wie Menschen ihr Zusammenleben gestalten. Uns interessieren Alltage und Lebensstile, Selbst- und Fremdbilder, Identitäten und Vorstellungswelten, Heterogenität und Hybridität, Deutungshoheiten und Elitenbildung, Machtverhältnisse und politische Konstellationen, soziale Räume und gesellschaftliche Prozesse.
Das Volkskundemuseum Wien ist ein kulturwissenschaftliches Museum mit umfangreichen Sammlungen zur Volkskunst sowie zu historischen und gegenwärtigen Alltagskulturen Europas. Es befindet sich im Gartenpalais Schönborn. Dem gegenüber beschäftigt sich das in der Hofburg ansässige Weltmuseum Wien (ehemals Völkerkundemuseum) als ethnographisches Museum mit Kulturen der (außereuropäischen) Welt.
In den Sammlungen des Volkskundemuseums sind derzeit 88.500 Inventarnummern vergeben. Dahinter verbergen sich ca. 150.000 dreidimensionale Objekte. Dazu kommen mehr als 200.000 Fotografien und Grafiken. Die Sammlung stammt größtenteils aus der Zeit der Habsburgermonarchie und wird laufend erweitert. Digitalisate sind in den Online-Sammlungen einsehbar.
Das allererste Objekt der Sammlung des Volkskundemuseum Wien, das Objekt Nummer 1, ist eine Gürteltasche, die 1895 in den Besitz des Vereins für Volkskunde gelangte. Sie wurde als „Tasche aus Leder mit gepressten Verzierungen“ in das Inventarbuch eingetragen und stammt aus Iglau (Jihlava) in Mähren.
Das älteste Objekt ist ein auf 1556 datiertes Waffeleisen, welches (bereits beschädigt)  1896 in die Metallsammlung kam. Waffeleisen gehen auf die Hostienherstellung in den Klöstern zurück. Diese Klemmeisen hatten einen Durchmesser von wenigen Zentimetern und zeigten religiöse Verzierungen, ab dem 15. Jahrhundert auch figürliche Darstellungen wie in diesem Fall ein Einhorn.
Mit dem Claim laden wir alle NutzerInnen zu einer aktiven Teilnahme und Mitgestaltung ein. Das Volkskundemuseum Wien versteht sich als Plattform für die Interaktion mit anderen Wissenschaftsdisziplinen und Kunstfeldern, als offener Ort für Forschung und das Ausverhandeln gesellschaftlicher Diskurse. Wir entwickeln laufend neue Formate, um mit der Öffentlichkeit ins Gespräch zu kommen.
Die Regenbogenfahne über dem Eingang des Museums wurde 2015 als Zeichen für Toleranz und Offenheit gehisst, seitdem verdeutlicht sie die bunten und vielfältigen Formate des Volkskundemuseum Wien.
Während der Renovierung der öffentlichen Toilette des Schönborn-Parks wurde die Toilette zunächst vorübergehend in das Museum verlegt. Auch nach Abschluss der Renovierungsarbeiten verbleibt die Toilette des Volkskundemuseum seitdem öffentlich zugänglich.
Ja, im Museum sind auch Hochzeitsgesellschaften zu Gast. Denn das barocke Gartenpalais Schönborn, der Sitz des Volkskundemuseums, kann für verschiedentliche Veranstaltungen gemietet werden: von betrieblichen Veranstaltungen wie Tagungen und Seminaren, über öffentliche Events wie Lesungen und Filmvorführungen bis hin zu privaten Feiern wie Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und Empfängen. Weitere Informationen zur Vermietung hier.
Das Volkskundemuseum Wien bietet ein umfassendes Vermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen an. Im Mittelpunkt steht dabei die aktive Auseinandersetzung mit Kultur, Alltag und Geschichte. Auch für die jeweiligen Sonderausstellungen gibt es stets verschiedene Vermittlungsangebote für Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus können Vermittlungsprogramme auch im Rahmen von Kindergeburtstagen gebucht werden.
Die Fachbibliothek für Volkskunde/Europäische Ethnologie umfasst etwa 100.000 Bücher und Zeitschriften zu Themen der Volkskunde/Europäischen Ethnologie und verwandten Fächern. Die Bibliothek entstand mit der Gründung des Vereins bzw. des Museums und wird seitdem konstant erweitert. Die vorhandenen Titel können über den Gesamtkatalog des Österreichischen Bibliothekenverbundes oder über die Homepage der Museumsbibliothek gesucht werden und werden den NutzerInnen im Lesesaal zur Verfügung gestellt. Zur Bibliothek.
Der Verein für Volkskunde ist der Träger des Volkskundemuseums und wurde ein Jahr vor der Museumsgründung 1895 ins Leben gerufen. Aktuell hat der Verein um die 600 Mitglieder. Der Verein gibt halbjährlich die Österreichische Zeitschrift für Volkskunde heraus, welche der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den aktuellen Themen und Fragestellungen der Volkskunde, Europäischen Ethnologie, Kulturanthropologie und Empirischen Kulturwissenschaft dient. Weitere Informationen finden Sie hier.
Das Volkskundemuseum Wien hat momentan rund 20 reguläre MitarbeiterInnen. Darüber hinaus engagieren sich bei uns zahlreiche Vereinsmitglieder ehrenamtlich in verschiedenen Themenbereichen. Hier geht es zum Museumsteam.