Soja

Wissen – Gesellschaft – Stadt

: Die Soja-Bohne im Volkskundemuseum Wien und darüber hinaus © Volkskundemuseum Wien
Soja boomt und Soja ist – sobald man sich damit beschäftigt – überall. Die mit dem Gebäude des Volkskundemuseums verwobene Geschichte von Soja in Europa und Wien ist der Ausgangspunkt, sich auf unterschiedlichen Wegen dem historischen wie gegenwärtigen Phänomen Soja zu nähern. Ab 2019 wird am Museum in diversen Forschungs-, Darstellungs- und Vermittlungsformaten Soja als gesellschaftliches wie wissenschaftliches Querschnittsthema erkundet, präsentiert und an jenem urbanen Ort thematisiert und beforscht, an dem alles begonnen hat.
Soja und Wien

Vor 140 Jahren wurde in Österreich erstmals Soja angebaut. Seit dem Beginn gibt es enge Verbindungen zwischen Soja und dem Gartenpalais Schönborn, in dem sich seit 1917 das Volkskundemuseum Wien befindet: 1872 war der „europäische Sojapionier“ Friedrich Haberlandt (1826-1878) an die neu gegründete Hochschule für Bodenkultur berufen worden, die im Gartenpalais Schönborn ihre Heimstatt fand. Für mehrere Generationen der Familie Haberlandt bildete das Gebäude des Gartenpalais den Rahmen bedeutender Stationen ihrer wissenschaftlich-disziplinären wie auch institutionellen Karrieren, war doch Friedrichs Sohn Michael Haberlandt (1860-1940) der spätere Gründer des Volkskundemuseums.

Auf der 1873 in Wien stattfindenden Weltausstellung hatte der Pflanzenbauexperte Friedrich Haberlandt die Sojapflanze bzw. Sojabohne für sich und seine Wissenschaft entdeckt. Vom Gartenpalais Schönborn aus startete er die ersten Anbauversuche dieser für ihn mit hohen Erwartungen in den Bereichen Volksernährung und Volkswirtschaft verbundenen Pflanze. Die von Haberlandt initiierten und organisierten Zucht- und Anbaubestrebungen werden heute als bedeutender Ausgangspunkt und Grundlage für die Entwicklungsprozesse der weltweiten Verbreitung, Produktion, Verarbeitung sowie des Konsums und Verbrauchs von Soja beschrieben und erzählt.

In kulturanalytisch-historischen Näherungen gilt es zum einen die spezifischen Konstellationen von und für Soja in der Groß- und Hauptstadt Wien zu berücksichtigen; und gleichzeitig die mehr oder minder direkten Verflechtungen des urbanen Zentrums mit ruralen Peripherien herauszustellen und zu befragen.

Zwei – oftmals zusammenhängende – Ebenen stehen dabei im Vordergrund: Zunächst die Ebene, die nach bestimmten Personen, Milieus, Gruppierungen und Interessen fragt und zweitens jene Ebene, die sich mit der „Idee Soja“, mit ihren kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und ethischen Implikationen beschäftigt.

Soja und (Volkskunde)Museum

Mit dem möglichst groß gesteckten Feld „Soja“ versucht das Volkskundemuseum Wien museale Möglichkeiten auszuloten. Nachdem im Herbst 2018 ein multidisziplinäres und vielseitiges Symposium zum Thema „Soja-Konstellationen. Wissenschaft – Gesellschaft – Stadt“ am Volkskundemuseum Wien stattgefunden hat, gilt es 2019 die dort gewonnen Erkenntnisse bzw. die dort gestellten Fragen und Lücken produktiv für das Museum zu nutzen. Das Projekt bietet eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und (Stadt)Öffentlichkeit und bezieht gleichzeitig so viele AkteurInnen und Bereiche des Volkskundemuseums wie möglich mit ein. Dabei schlägt das Museum neue Wege ein: Es gilt der „fluiden“, noch nicht verfestigten Konsistenz des Themas gerecht zu werden,  es kommunikativ und partizipativ weiterzudenken und zu erforschen, welche Möglichkeiten der Vermittlung, des Austauschs und der Teilhabe sich bieten.

SojaFormate am Volkskundemuseum Wien

Als Grundlage und diskursive Begleitung des Projektes sind mehrere Teilpublikationen zu Soja (Soja-Hefte) geplant, die ein breites Spektrum zu SojaWissen/ SojaPraxis  eröffnen sollen. Neben wissenschaftlichen Abhandlungen aus verschiedenen Disziplinen (Geschichte, Pflanzenzucht,...) werden verschiedene ProtagonistInnen des Soja-Feldes (ProduzentInnen, KöchInnen, AktivistInnen,...) ebenso Platz finden wie essayistische, journalistische oder kulturanalytische Skizzen.

Im Vermittlungsprogramm finden Workshops statt, die sich der Komplexität, der Ambiguität und der vielfältigen und vielstimmigen Diskussion rund um Soja widmen. Konkrete Sojapraxis und konkretes SojaWissen präsentieren sich in den Soja-Koch-Workshops, Formen der Kooperation, des Austauschs und des Zusammenbringens von bisher eher getrennten Bereichen bieten Veranstaltungen wie Soja&Most oder ein japanisch-österreichischer Soja-Abend.

Unsere Überlegungen sind noch nicht abgeschlossen, wir sind und bleiben offen für Ideen und Anregungen.


Team:
Leitung: Magdalena Puchberger
Assistenz/Volontariat: Lara Bandion
Vermittlung: Katrin Prankl

Kontakt:
Magdalena Puchberger
T +43 1 406 89 05.52
magdalena.puchberger@volkskundemuseum.at
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15–19, 1080 Wien

T: +43 1 406 89 05
F: +43 1 408 53 42
E: office@volkskundemuseum.at
W: www.volkskundemuseum.at

Öffnungszeiten
Museum: Di bis So, 10.00 bis 17.00 Uhr
Do, 10.00 bis 20.00 Uhr
Bibliothek: Di bis Fr, 9.00 bis 12.00 Uhr
Hildebrandt Café: Di bis So, 10.00 bis 18.00 Uhr
Do, 10.00 bis 20.00 Uhr

Mostothek: Di, ab 17.00 Uhr

Sonderöffnungszeiten, Schließzeiten,
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