Patenschaft für Figuren der Jaufenthaler Krippe gesucht!

Damit sichern sie die Restaurierung und Erhaltung einer der schönsten spätbarocken Krippen mit 388 Figuren, die ab 22. November 2015 in einer Sonderausstellung im Volkskundemuseum auferstehen wird. Bitte denken Sie an die Möglichkeit, eine Patenschaft zu verschenken: Advent und Weihnachten stehen vor der Tür. Durch seine Vielfalt ermöglicht das Krippenzubehör individuell auf bestimmte Interessen abgestimmte Geschenke!
Aufgrund des großen Erfolgs des durch Elisabeth Egger und Monika Maislinger initiierten und betreuten Patenschaftsprojekts, das bis dato 7.500,- € von 90 Patinnen und Paten für die Reinigung, Konservierung und Restaurierung unserer wunderbaren barocken Krippe aus Tirol einbringen konnte, haben wir das Angebot erweitert.

Bisher waren es die großen Krippenteile, die menschlichen und tierischen Figuren sowie die Gebäude, die zur Auswahl für die Übernahme einer Patenschaft standen. Ab nun können auch die kleinen Requisiten ausgesucht werden. Zur Jaufenthaler Krippe gehören viele aufwändig gestaltete Dinge des täglichen Gebrauchs wie Gläser, Besteck, Teller,Fässer, Spinnräder, Lampen, Nahrungsmittel oder Bücher. Sie beeindrucken durch ihren Detailreichtum und ihre liebevolle Gestaltung. Und auch sie müssen gereinigt und gefestigt werden, wofür sie Paten und Patinnen suchen.

Suchen Sie sich bitte ein oder mehrere Figuren, Gebäude oder Zubehör aus, für die Sie spenden möchten. Sie können sich eine Patenschaft auch mit mehreren Personen teilen oder diese verschenken. Oder spenden Sie einen Betrag für die Gesamtrestaurierung der Krippe. Alle Patinnen und Paten werden in der Inventardatenbank des Museums namentlich vermerkt.
 
Aus diesem Katalog können Sie Objekte ihrer Patenschaft auswählen:
 

KATALOG TEIL 1
KATALOG TEIL 2
KATALOG TEIL 3
KATALOG TEIL 4


Sie werden Ihre restaurierten Patenkinder als Teil der Jaufenthaler Krippe im Rahmen der Ausstellung "Startfeld Bethlehem. Die barocke Jaufenthaler Krippe aus Tirol" von 22.11.2015 bis 24.1.2016 im Volkskundemuseum bewundern können.

Als kleines Dankeschön werden die Pateninnen und Paten in der Ausstellung auf einer Tafel genannt. Es wird außerdem einen Lageplan geben, der Sie leicht zu Ihrer Figur führt. Selbstverständlich können Sie auch anonym bleiben, sollten Sie dies bevorzugen.

WIR BEDANKEN UNS SCHON JETZT FÜR IHR INTERESSE UND IHRE UNTERSTÜTZUNG!

Das Patenschaftsprojekt
Der Erhaltungszustand der Jaufenthaler Krippe ist – ihrem Alter und ihrer Geschichte entsprechend – als gut zu bezeichnen. Trotzdem sind im Laufe der Jahrzehnte durch die hohe Nachfrage als Ausstellungsobjekt zahlreiche Beschädigungen entstanden: Pferdebeine sind abgebrochen, Kreuzstäbe geknickt, Füße und Finger beschädigt, Engelsflügel kaputt,…
Viele lose Teile wurden jahrzehntelang in verschiedensten „Resteschachteln“ aufgehoben. Nach mehrjähriger eingehender Inventur der Krippe haben wir in einem langwierigen „Puzzlespiel“ bereits große Erfolge verzeichnen und viele Einzelteile rückordnen können. So wurden die Füße eines Soldaten, eines sogenannten Rotrocks, die seit 1953 fehlten, identifiziert und etliche fehlende Flügel der Paradeengel gefunden. Nun sollen die zugeordneten Teile durch eine qualifizierte Restauratorin wieder fix angebracht werden, und für diesen Zweck suchen wir Patinnen und Paten.

Weiteres Ziel dieses Projektes ist die Erhaltung des Ist-Zustandes (gewachsener Zustand). Es geht um die Stabilisierung, um die Bestandserhaltung und –sicherung sowie um optisch-ästhetische Maßnahmen, um wieder ein geschlossenes Gesamtbild zu erhalten. Auch für diesen Zweck suchen wir Patinnen und Paten.

Beschreibung der Jaufenthaler Krippe
Es handelt sich um eine spätbarocke Landschaftskrippe von rund 30 m², bestehend aus insgesamt 898 Einzelteilen. Sie zeigt Lebensstationen Jesu Christi von seiner Geburt bis zum Letzten Abendmahl. Besonders beeindruckend sind die Tempelszene und der lange Zug der Drei Könige. Das Geschehen ist jedoch in Tirol Ende des 18. Jahrhunderts angesiedelt, so sind unter anderem eine Jagdszene und Szenen aus dem Alltagsleben zu sehen. Die Figuren haben eine Größe von 16 bis 24 cm. Die 239 menschlichen Figuren sind fast alle mit textilen Gewändern bekleidet. Ihre Köpfe sind aus Wachs oder Holz gefertigt, die Hände und Füße aus Holz.

Geschichte der Jaufenthaler Krippe
Die Krippe entstand Ende des 18. Jahrhunderts in Tirol über mehrere Jahre hinweg. Der erste Aufstellungsort war vermutlich eine Kirche in oder um Innsbruck. Als die Josephinischen Reformen die Krippen aus den Kirchen verbannten, dürfte Lorenz Jaufenthaler die Krippe zu sich genommen haben, zumindest scheint er als erster Besitzer aus der Familie Jaufenthaler auf. Er wohnte damals beim „Schneider Lenz“ im heutigen Innsbrucker Stadtteil Wilten. Sein Enkel Georg (geb. 1813) nahm die Krippe mit, als er auf einen Bauernhof nach Vill bei Innsbruck übersiedelte, wo sie alljährlich von Advent bis Maria Lichtmess in der Stube aufgestellt war, die zu diesem Zweck ausgeräumt wurde. Von Georgs Sohn Simon kaufte die Krippe im Jahr 1896 das Wiener Volkskundemuseum, das damals im Gebäude der Börse am Ring untergebracht war. Simon Jaufenthaler baute die Krippe dort auf, und sie blieb bis 1914 dort präsentiert, also bis zur Übersiedlung des Museums in die Laudongasse. Im Zuge des Abbaus wurde – vermutlich vom damaligen Museumsdirektor Michael Haberlandt – ein detaillierter Stellplan für alle 898 Einzelteile der Krippe gezeichnet. Im neuen Haus wurde sie von 1917 bis 1947 aufgestellt und dann ins Depot gebracht. Danach wurden Teile mehrfach bei Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, wobei immer wieder Schäden entstanden. Der größte Schaden wurde durch mangelhafte Verpackung auf dem Rücktransport von einer Krippenausstellung in Mailand in den 1950er Jahren verursacht. Versuche, die Schäden zu beheben, führten zu weiteren, so wurden etwa originale Gewänder einfach durch neue ersetzt.
1996 wurde die Krippe wieder in ihrer Gesamtheit im Haus in der Laudongasse aufgebaut. Im Vorfeld waren lediglich die gröbsten Schäden behoben worden, wie z.B. abgebrochene Pferdebeine angefügt. Eine komplette Rekonstruktion der einzelnen losen Krippenteile und eine Inventur der zuordenbaren Teile waren aus zeitlichen Gründen nicht möglich. Bei rund 40 Prozent der Objekte fehlte die Inventarnummer, einzelne Krippenteile waren lediglich in Schachteln zusammengefasst. Die Krippe war bis 2004 in ständiger Präsentation zu sehen und wurde schließlich aus konservatorischen Gründen abgebaut.

Nun wurde mit der digitalen Erfassung der Krippe in der Museumsdatenbank begonnen, womit die genaue Inventur der einzelnen Teile einhergeht. Alle Objekte ohne Inventarnummer werden neu zugeordnet. Bereits die Arbeit an den Gebäuden zeigte, wie zeitaufwendig sich die Inventur gestalten würde. Als Hilfestellung wurde auf einer Kopie des Originalplans ein Koordinatensystem eingezeichnet, das die Suche nach den ursprünglichen Standorten deutlich erleichtert und beschleunigt.

Mit Ihrer Hilfe kann die Jaufenthaler Krippe in der Weihnachtsausstellung 2015/16 wieder nach der originalen Vorgabe ihres letzten Besitzers Simon Jaufenthaler präsentiert werden.

Bitte mailen Sie uns oder rufen Sie uns an, wenn Sie Patin oder Pate werden möchten:

Monika Maislinger
Tel.: 0699/11387693
Mail: monika.maislinger@volkskundemuseum.at

Sie können auch gerne für das Gesamtprojekt spenden, die Bankverbindung lautet:
Verein für Volkskunde / Österreichisches Museum für Volkskunde
Erste Bank, BIC: GIBAATWWXXX, IBAN: AT21 2011 1288 1011 1600

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar.

DANKE!
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15–19, 1080 Wien
T: +43 1 406 89 05
F: +43 1 408 53 42
E: office@volkskundemuseum.at
W: www.volkskundemuseum.at

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Do, 10.00 bis 20.00 Uhr

Mostothek:
Di, ab 17.00 Uhr


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