Vortrag

Fährten lesen: Mensch-Tier-Verhältnisse in Reflexionen des Exils

Mi, 16.03.2022, 19:00
Im 20. Jahrhundert wird die Grenze zwischen Mensch und Tier, die Konzepte von Kultur und Gesellschaft wesentlich strukturiert, vielfach in Frage gestellt. Paradigmen der NS-Ideologie wie rassistische Ausgrenzung und Genozid ordnen die Zugehörigkeiten vieler Menschen gewaltsam neu. Sie werden im antisemitischen Stereotyp als „Schädlinge“ deklassiert und aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.
Das Beziehungsgeflecht zwischen Mensch und Tier in der Bedrohungssituation bildet sich durch kalte Abgrenzung als auch durch speziesüberschreitende Koexistenz ab: Tiere agieren als Fluchtbegleiter; Allianzen mit Tieren helfen zum (wirtschaftlichen) Überleben in der Fremde; das Exilland wird für die Vertriebenen über die Tierwelt erfahr- und künstlerisch darstellbar.

Veronika Zwerger und Ursula Seeber konzipierten zu diesem Themenkomplex 2020 die Jahrestagung der Gesellschaft für Exilforschung im Literaturhaus Wien und gaben dazu im Jahr darauf gemeinsam mit Forscherinnen der Universität Hamburg einen Sammelband heraus (De Gruyter 2021). Der Vortrag reflektiert in Momentaufnahmen aus Zeitgeschichte, Kunst, Film und Literatur und dem Videodokument über eine bienenzüchtende Emigrantin in Island die komplexen Mensch-Tier-Verhältnisse im Horizont von NS-Verfolgung, Flucht und Exil.

Eine Kooperation von Volkskundemuseum Wien und Österreichische Exilbibliothek / Literaturhaus Wien.

Freier Eintritt
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