Ein Museum – ein Objekt – eine Erzählung

Virtuelle Galerie zur NS-Provenienzforschung und Restitution in österreichischen Museen, Sammlungen und Bibliotheken

2023 jährt sich der Erlass des Kunstrückgabegesetzes zum 25. Mal. Wir traten mit allen anderen nach diesem Gesetz arbeitenden Museen, Sammlungen und Bibliotheken in Österreich in Kontakt und bieten ab Mitte Jänner 2023 ein digitales Format an, das pointierte Einblicke in die NS-Provenienzforschungs- und Restitutionspraxis dieser Institutionen und unseres eigenen Museums gewährt.
Objekte sind die wesentliche Grundlage von Museen und Sammlungen und Bücher jene von Bibliotheken. Mit der Herkunftsgeschichte dieser Dinge – vom Kunstwerk über das Buch bis zum Alltagsgegenstand – beschäftigt sich die Provenienzforschung. Mittels Inventarbüchern und Archivalien wird rekonstruiert, woher Objekte stammen, in wessen Eigentum sie sich vor der Übernahme durch Museen, Sammlungen oder Bibliotheken befanden und unter welchen Umständen sie dorthin gelangten. 1998 wurde die NS-Provenienzforschung auf Bundesebene im Kunstrückgabegesetz (KRG) geregelt. Seit 2015 wird auch hier, im privatrechtlichen Volkskundemuseum Wien, nach diesem Gesetz NS-Provenienzforschung betrieben.

Im Herbst 2021 wandten wir uns an alle Institutionen, die seit 1998 gesetzlich dazu verpflichtet sind, NS-Provenienzforschung zu betreiben sowie an jene Institutionen, die freiwillig gemäß dem KRG mit der Kommission für Provenienzforschung zusammenarbeiten. Wir haben sie eingeladen, anlässlich des kommenden 25jährigen Bestehens von diesem Gesetz, sich mit einem Beitrag an unserem Projekt zu beteiligen.
 
In den Beiträgen werden sich die teilnehmenden Institutionen über die Präsentation eines Objektes oder eines Objektbestandes vorstellen und dabei auf die bisherigen Ergebnisse der eigenen NS-Provenienzforschung und Restitutionspraxis Bezug nehmen. Weiters wurden sie gebeten die Überlegungen, die zur Auswahl des Objektes oder des Bestandes geführt haben, in dem Beitrag zu erläutern. Neben einer textlichen Umsetzung steht den teilnehmenden Institutionen jede digital abbildbare Gestaltungsform offen.
Wir haben unsere Einladung an die Direktor*innen der folgenden Institutionen gerichtet:
Akademie der Bildenden Künste – Kupferstichkabinett und Gemäldegalerie, Albertina, Österreichische Galerie Belvedere, Heeresgeschichtliches Museum (HGM), Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien, Kunsthistorisches Museum (KHM), Theatermuseum, Weltmuseum, Museum für angewandte Kunst (MAK), Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (MUMOK), Naturhistorisches Museum (NHM), Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB), Technisches Museum Wien (TMW), Universitätsbibliothek Wien sowie das Leopold Museum. Auch das Volkskundemuseum Wien wird sich mit einem Beitrag beteiligen.
 
Bis dato (Stand Ende April 2022) hat die Mehrheit der genannten Institutionen einen Beitrag zugesagt und diese größtenteils bereits eingebracht.
 
Diese virtuelle Galerie, realisiert in Absprache mit der Kommission für Provenienzforschung, wird ab 13. Jänner 2022 über die Website des Volkskundemuseum Wien sowie über eine eigene Webadresse zugänglich sein.
 
Die virtuelle Galerie ist Bestandteil eines umfangreicheren Projekts zur NS-Provenienzforschung und Restitutionspraxis am Volkskundemuseum Wien. Im Zentrum steht eine Ausstellung, die am 21. April 2023 eröffnen wird, begleitet von einem umfassenden, ergänzenden und weiterführenden Diskurs- und Vermittlungsprogramm. Ziel der virtuellen Galerie und der Ausstellung ist es, die für NS-Provenienzforschung und Restitution in Österreich relevanten Forschungen und Ergebnisse sichtbar und nachvollziehbar zu machen und zum Diskutieren, Nach- und Weiterdenken, z.B. hinsichtlich gesellschaftlicher und kultureller Ziel- und Wertsetzungen, einzuladen.

 
Team:
Maria Raid
Kathrin Pallestrang
Magdalena Puchberger
Claudia Spring
 
Grafische und Technische Umsetzung:
Althaler + Oblasser

Zur Provenienzforschung am Volkskundemuseum Wien
Zur Kommission für Provenienzforschung
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15–19, 1080 Wien
T: +43 1 406 89 05
F: +43 1 408 53 42
E: office@volkskundemuseum.at
W: www.volkskundemuseum.at

Öffnungszeiten
Museum:
Di bis So, 10.00 bis 17.00 Uhr
Do, 10.00 bis 20.00 Uhr
Bibliothek:
Nach Voranmeldung
SchönDing Shop:
Di bis So, 10.00 bis 17.00 Uhr
Do, 10.00 bis 20.00 Uhr

Hildebrandt Café:
Di bis So, 10.00 bis 18.00 Uhr
Do, 10.00 bis 20.00 Uhr

Mostothek:
Di, ab 17.00 Uhr