Laufend

Konservierung

Reinigung und Aufbewahrung in den Museumssammlungen

Ein Museum vermittelt, ein Museum sammelt, ein Museum bewahrt. Letzteres geschieht meist im Verborgenen, ist aber von größter Bedeutung, um die Objekte nachfolgenden Generationen unbeschädigt weiterzugeben und deren Erforschung und Ausstellung auch in Zukunft zu ermöglichen. Jede Objektgruppe, jedes Material hat dabei andere Bedürfnisse an Reinigung und Aufbewahrung. Ziel ist es, die Objekte in ihrem Zustand zu erhalten und (wenn nötig) zu stabilisieren.
Unter Konservierung werden alle Maßnahmen zur Bewahrung des materiellen Kulturerbes bei gleichzeitiger Zugänglichkeit für jetzige und zukünftige Generationen zusammengefasst (so die Definition ICOM-CC). Das sind: (1) die Schaffung einer schützenden Objektumgebung (Präventive Konservierung), (2) die konservatorische Arbeit direkt am Objekt (stabilisierende Konservierung) sowie (3) die Restaurierung. Da Letztere ein „Wiederherstellen“, einen Eingriff in die Substanz des Objekts bedeutet, ist sie zunehmend letztes Mittel und beschränkt sich auf nötigste Ergänzungen – zum Beispiel das Zusammensetzen einer zerbrochenen Skulptur oder das Füllen von Fehlstellen in einem Glasgefäß. Sie wird nur angewendet, wenn die Bedeutung oder Verwendung des Objekts ansonsten verloren wären.

Präventive Konservierung und die Verbesserung der Objektumgebung

Präventive Konservierung bedeutet, die Umgebung der Museumssammlung möglichst so zu gestalten, dass Schäden gar nicht erst entstehen. Denn: „Vorbeugen ist besser als heilen“. Die Ursachen und nicht lediglich die Symptome von Objektschäden zu bekämpfen, schont nicht nur die Objekte selbst, sondern auch die Ressourcen und ist damit in allen Bereichen nachhaltig.

Ihre zentralen Maßnahmen – regelmäßiges Monitoring (Überwachung mittels Beobachtungen oder Messungen) und Reinigen – betreffen nicht nur die Museumsobjekte und deren Umgebung im Depot, sondern auch die in den Ausstellungen, insbesondere in der Schausammlung. Weitere Bereiche der Präventiven Konservierung sind: objektgerechte Aufbewahrung, Handling, Ausstellung, Verpackung und Transport, Sicherheit, Umweltbedingungen (Licht, Klima, Schadstoffe, Schädlinge), Risikoanalyse und Notfallplanung (u.a. Festlegung, welche Objekte im Notfall zuerst „gerettet“ werden), Schulung des Personals und Sensibilisierung der Öffentlichkeit.

Stabilisierende Konservierung und die Arbeit am Objekt

Die Hauptströmung der letzten Jahre in der Arbeit mit dem Objekt ist der Erhalt bzw. die Stabilisierung des Zustandes der Objekte. Das Ziel ist nicht, das Objekt wie neu wirken zu lassen, sondern es z.B. durch eine tiefgründige Befreiung von Staub wieder „aufatmen“ zu lassen. Verschiedene Objektgruppen und Materialien, z.B. Holz, Metall, Keramik oder Fotografien, benötigen dabei jeweils andere Herangehensweise bei der Reinigung. Im Sinne der Nachhaltigkeit muss die Reinigung des Objekts immer auch mit einer Reinigung und objektfreundlichen Vorbereitung der Umgebung einhergehen. Andere Arbeiten sind etwa die Schädlingsbehandlung von Textilien und Holz (z.B. Stickstoffbegasung), die Entsalzung von Keramik, Entsäuerung von Papier, Trocknung feuchter archäologischer Materialien, Stabilisierung korrodierter Metalle oder die Verfestigung von Wandmalereien.

Restaurierung

Restaurierungen finden am Volkskundemuseum Wien nur sehr vereinzelt statt. Der Fokus liegt aktuell auf der Präventiven und der stabilisierenden Konservierung. Ein Beispiel aus der Restaurierung ist die Zusammensetzung von zerbrochenen Ostereiern.


WEITERLESEN

Astrid Hammer: "Vorbeugen ist besser als heilen" - Einfache und nachhaltige Ansätze der Präventiven Konservierung (pdf DE, pdf EN)

Barbara Varga: 3D-Puzzle - Eier in alter Form (Nachrichten. Volkskundemuseum Wien 2/2020, in den Online Publikationen lesen)


Kontakt:
Dr. Astrid Hammer
T +43 1 406 89 05.33
astrid.hammer@volkskundemuseum.at
Monika Maislinger
T +43 1 406 89 05.13
monika.maislinger@volkskundemuseum.at
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15–19, 1080 Wien
T: +43 1 406 89 05
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E: office@volkskundemuseum.at
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