Wintertraum

Vom Schlittenfahren und Rodeln

So, 02.12.2001 – Di, 12.02.2002
"Im alten Wien, wo noch viel auf prunkvolle, rauschende Lustbarkeiten gehalten und verwendet wurde, waren die großen öffentlichen Schlittenfahrten eine der vornehmsten winterlichen Unterhaltungen", schreibt Johann Pezzl in den "Wiener Notizen" 1803.
Der Schlitten gehört zu den ältesten Transportgeräten der Menschheit. Er wurde Sommer wie Winter überall dort verwendet, wo Fahrzeuge auf Rädern gar nicht oder schlecht einsetzbar waren - im steilen Gelände, auf sandigem oder morastigem Boden und bei Schnee. Ab dem 15. Jahrhundert begannen wohlhabende städtische Bürger den Schlitten zu Vergnügungszwecken zu verwenden. Die von Pferden gezogenen Gasselschlitten bestanden aus einem schmalen Schlittenkasten mit zwei Lehnen, in dem die Dame Platz nahm und einem Reitsitz für den Herren. Sie waren kunstvoll gestaltet, hatten die Form von Löwen, Schwänen, Seeungeheuern oder heimsichen Wildtieren.

Von Schlitten, mit denen man selbstständig talwärts fährt, wird erstmals am Ende des 17. Jahrhunderts berichtet und zwar in Zusammenhang mit böhmischen Bergarbeitern. Zu den ältesten erhaltenen Formen zählen die sogenannten Beinschlitten, deren Kufen aus Schienbeinknochen von Rindern bestanden; die hölzernen Sitzbrettchen waren oftmals mit Kerbschnitzerei verziert. Das Österreichsiche Museum für Volkskunde besitzt Beispiele aus dem Engadin und Bosnien aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Schlittenfahrten durch eine tief verschneite Landschaft, vorbei an Tannenwäldern und vereisten Bächen - das Volkskundemuseum taucht in dieser Ausstellung in die Welt des winterlichen Vergnügens ein. Die Ausstellungsarchitektur spricht alle Sinne an und läßt Erinnerungen an eine Fahrt mit dem Pferdeschlitten oder eine Rodelpartie wach werden. Die kostbaren und kuriosen Exponate, die zum Großteil aus den eigenen Sammlungen des Museums stammen, vermögen es auf greifbare Weise die Geschichte und die Formenvielfalt dieser Fortbewegungsart über mehrere Jahrhunderte zu veranschaulichen.
Volkskundemuseum Wien
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