Do, 3.12. - Sa, 5.12.2015

The Picturesque Eye. Regionalistische Kunst und Kultur in late Empires

Internationale Tagung in Englisch

Do, 03.12.2015, 14:00 – 20:00
Volkskundemuseum Wien/Akademie der Wissenschaften

War das Engagement für periphere Kultur bzw. regionalistisch inszenierte Kunst ein Mittel zur politischen Systemstabilisierung in spätkolonialen bzw. spätimperialen Regimen? Welche Rolle spielten darin die Disziplinen von Kunst-und Architekturgeschichte, der Ethnografie etc., aber auch die Techniken und Medien von Fotografie und Film, Buchpublikation, Museum und Ausstellung? Welche Institutionen standen dahinter, welche konkreten Akteure?
Mit diesen Fragen nimmt die Tagung jene wissenschaftlichen Ansätze und künstlerischen Projekte in den innereuropäischen Randzonen (Fokus Habsburg) und außereuropäischen Kolonien (in Amerika, Afrika, Fokus Asien) zwischen ca. 1900 und 1950 in den Blick, die vermeintlich versuchten, das jeweilige imperiale bzw. koloniale Projekt zu festigen – mit v.a. zwei Strategien: a) durch eine gezielte ‚In-Wert-Setzung‘ bereits existierender peripherer Kulturformen, und b) durch die zentral gesteuerte Initiierung von neuen, regionalistisch formulierten Kunstformen. Dabei bedienten sich die jeweiligen Akteure einer vergleichbar pittoresken, d.h. ausschnitthaft und oftmals gefällig inszenierten Blickregie, die mit der Intention breiter ästhetischer Zustimmung im jeweiligen Zielpublikum v.a. auf eine politische Konsensbildung zwischen Peripherie und Zentrum ausgerichtet war. Die Fallstudien nehmen dabei die konkret beteiligten institutionellen Regime bzw. involvierten Einzelakteure in den Blick und kontextualisieren die v.a. visuell ausgerichteten Selektions-, Dokumentations- und Präsentationsmethoden, vom Skizzenbuch und Inventar bis zu Techniken der Fotographie und des Films, mit Projekten der Architektur, Skulptur und Malerei, von Kunsthandwerk, Mode, Theater, bis zu Museen und open air Ausstellungen.

Diese internationale Konferenz stellt eine Kooperation dar zwischen dem Exzellenzcluster „Asia and Europe in a Global Context – The Dynamics of Transculturality“ der Universität Heidelberg (Abteilung Global Art History mit dem Projekt „Picturesque Modernities“, Michael Falser) und dem Volkskundemuseum Wien, zusammen mit dem Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Projekt „Kulturen des Wissens“, Johannes Feichtinger), und in Assoziation mit der DFG-Forschergruppe „Transkulturelle Verhandlungsräume von Kunst“ am Institut für Kunstgeschichte der FU Berlin.

Programm
www.asia-europe.uni-heidelberg.de/en/ the-picturesque-eye
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15–19, 1080 Wien
T: +43 1 406 89 05
F: +43 1 408 53 42
E: office@volkskundemuseum.at
W: www.volkskundemuseum.at

Öffnungszeiten
Museum:
Di bis So, 10.00 bis 17.00 Uhr
Do, 10.00 bis 20.00 Uhr
Bibliothek:
Nach Voranmeldung
SchönDing Shop:
Di bis So, 10.00 bis 17.00 Uhr
Do, 10.00 bis 20.00 Uhr

Hildebrandt Café:
Di bis So, 10.00 bis 18.00 Uhr
Do, 10.00 bis 20.00 Uhr

Mostothek:
Di, ab 17.00 Uhr


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