Stick- und Knüpfmuster ruthenischer Flüchtlinge im Ersten Weltkrieg. Aus der Sammlung des Volkskundemuseums Wien

Bibliografische Informationen

Person, Institution: Harm, Nina [AutorIn]; Pallestrang, Kathrin [AutorIn]; Thorpe, Julie [AutorIn]; Pallestrang, Kathrin [HerausgeberIn]
Titel: Stick- und Knüpfmuster ruthenischer Flüchtlinge im Ersten Weltkrieg. Aus der Sammlung des Volkskundemuseums Wien
Zusatzinfo: Katalog zur Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Zusammenarbeit mit der University of Western Sydney, Australien vom 30. April bis 2. November 2014
Ort, Verlag: Wien: Österreichisches Museum für Volkskunde
Jahr: 2014
Seiten: 94
Illustrierender Inhalt, Format: Illustrationen; 22 cm
Sprache: deutsch
ISBN: 9783902381507
Signatur Bibliothek Volkskundemuseum Wien: 50000/4 N:81
Im Shop Volkskundemuseum Wien erhältlich: ja
Verfügbarkeit: lieferbar
Preis in EUR: 19,-
Creative Commons: CC BY-NC
Tags: Ausstellung; Ausstellungskatalog; Bekleidung; Bekleidungsgeschichte; Bukowina; Erster Weltkrieg; Flüchtling; Flüchtlingslager; Galizien; Geschichte 1772–1918; Gmünd; Knüpfarbeit; Kriegshilfeausstellung 1915; Materielle Kultur; Niederösterreich; Russinen; Ruthenen; Stickerei; Stickmuster

Kommentar

Im Jahr 1921 wurden rund 500 bestickte und teilweise mit Glasperlen geknüpfte, kleine Musterflecke als „ruthenische Frauenarbeiten“ in die Sammlungen des Volkskundemuseums aufgenommen. Die Herstellerinnen der Stücke kamen aus Orten in Galizien, also aus der heutigen Ukraine und dem heutigen Polen, und waren Anfang des Ersten Weltkriegs in Flüchtlingslagern interniert, wo die Musterstücke entstanden. In der Ausstellung „Die Kriegshilfe. Kunst, Gewerbe und Industrie im Dienst der Kriegshilfe“ wurden diese 1915 neben anderen Erzeugnissen und Fotos gezeigt. Die Propagandaschau des k.k. Ministerium des Innern sollte der Öffentlichkeit beweisen, wie gut und umfassend die große Zahl an Flüchtlingen durch den Staat betreut werde. Der vorliegende Band bietet eine Analyse der damaligen Präsentation. Er befasst sich vor dem Hintergrund der Entstehung von Volkskunst mit der Rolle von textilen Arbeiten in Nationsbildungsprozessen und geht dabei besonders auf die „Ruthenen“ ein, wie jene Bevölkerungsgruppen, die ostslawische Sprachen oder Dialekte verwendeten, in der Habsburgermonarchie gesammelt bezeichnet wurden.