: "Hamletmaschine" © Stephan Engelhardt
"Hamletmaschine" © Stephan Engelhardt
culture connected 2017/2018

Textperformance

Hamletmaschine

„Die Hamletmaschine“ wurde 1977 von Heiner Müller als Theaterstück geschrieben. In traumartigen Szenen verbindet er eigene Erfahrungen mit Ereignissen und Personen sowie mit historischen Situationen. Als privilegierter Künstler erlebte er den Realsozialismus und den Kapitalismus. Seine Figuren folgen der Spur seiner Biographie. Das Stück beschreibt einen Vorgang, wie unbewusste Wünsche gesellschaftliche Realitäten erschaffen und wie im Gegenzug diese innerhalb der Gesellschaft ständig neue Wünsche erzeugen, die zugleich unterdrückt werden müssen.
Es handelt sich um einen komplexen Text, mit dem sich die SchülerInnen des Theaterzweiges 7. Kl. des Gymnasiums BRG/BORG II Lessinggasse im Sommersemester 2018 intensiv auseinandersetzten. Der Theaterpädagoge Stephan Engelhardt inszenierte diese Performance gemeinsam mit Andrea Hubin, Katrin Prankl und Irina Eder, die für die Museumsdramaturgie verantwortlich waren.

Die Inszenierung reagierte auf das Volkskundemuseum Wien als kulturelle Institution. Schon das erste Kennenlernen begann mit einer Performance. Die jungen SchauspielerInnen gingen schweigend, als wären sie für die anderen Personen unsichtbar, durch das gesamte Museum. Sie waren still, konzentrierten sich darauf, die Gefühle, die in den einzelnen Räumen in ihnen aufgekommen waren, zu beobachten.

Im Rahmen weiterer Workshops erforschten die Museumsdramaturginnen mit den Jugendlichen, wie theatrale Vorgänge und das Museum als Ausstellungsort mit seinen Exponaten in Beziehung gesetzt werden können. Madonnenbilder, das Mobiliar aus einem bürgerlichen Haushalt des 19. Jahrhunderts, eine dunkle niedrige „Bauernstube“, der Museumsgarten usw. wurden für die Inszenierung des Stücks entdeckt. Der Text verwies auf die Ausstellungobjekte, die Räume wurden zur Bühne und gestalteten somit die szenischen Vorgänge. So passte z.B. die Enge der ländlich-alpinen Stube zu der im Text beschriebenen gesellschaftlichen Enge.

Ein großer Dank gilt den SchülerInnen, die vielfach in ihrer Freizeit probten und das Stück zu einer kraftvollen und inspirierenden Performance in Resonanz mit den Räumen des Museums brachten. Das Projekt wurde im Rahmen der KuBi-Tage am 24. und 25.6.2018 im Volkskundemuseum Wien aufgeführt.

Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15–19, 1080 Wien

T: +43 1 406 89 05
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E: office@volkskundemuseum.at
W: www.volkskundemuseum.at

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Do, 10.00 bis 20.00 Uhr
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Di bis So, 10.00 bis 18.00 Uhr
Do, 10.00 bis 20.00 Uhr

Mostothek:
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