Im Innenhof

Musikalische Lesung

Aus Max Maetz' Bauernroman Weilling, Land und Leute

Di, 01.05.2018, 19:00
Anfang der Siebziger Jahre brachte ein bis dato völlig unbekanntes Autorenphänomen die heimische wie deutschsprachige Literaturszene gehörig durcheinander: Nonchalant und gespickt mit allerlei Seitenhieben beschreibt der Newcomer Max Maetz das oberösterreichische Landleben aus der Perspektive des erfolgsorientierten Jungbauern. In aller Unmittelbarkeit – und in virtuos umwegloser Sprache, bar jeglicher Interpunktion und aller bildungsbürgerlicher Bürden.
Und er weiß damit zu reüssieren: Mit der Kurzgeschichte „Schlaf holder Knabe“ gewinnt er 1972 den Georg-Mackensen-Literaturpreis. In der Begründung heißt es, sein Text schildere unverstellt das Landleben und sei ein Stück echter naiver Literatur (die ja viel seltener vorkommt als die vielberedete naive Malerei). Praktisch zeitgleich erscheint bei der Frankfurter Buchmesse sein Gesamtwerk als zweibändige illustrierte Ausgabe.

Umso größer der Schock für den Literaturbetrieb, als kurz darauf offenbar wird, dass sich hinter dem gewitzten bauernschlauen Textdichter niemand anderer verbirgt, als der Schriftsteller und Dramatiker Karl Wiesinger in poetischer Verkleidung: Ein ehemaliger Widerstandskämpfer, der für seine politischen Positionen und seinen kompromisslosen Umgang mit der faschistischen Vergangenheit in der heimatlichen Kulturszene ebenso gefürchtet war, wie verrufen. Was in der Folge zwar der weiteren Verbreitung von Max Maetz' Werken empfindlich schaden sollte, ihrer zwingenden Aktualität jedoch keinerlei Abbruch tut.

Im Laufe seiner Geschichten bringt es Max Maetz vom Knecht bis zum Großbauern. Als Autor bleibt er dabei stets dem unsentimental-erdverbundenen Duktus des unbekümmerten Landlebens treu – und stellt gerade damit alle gängigen Stereotypen in Frage. Denn die Stationen seines Werdegangs offenbaren einen anderen Blick auf die vermeintliche Idylle, in deren Gefüge der eigene persönliche Vorteil die einzige Maßregel zu sein scheint ...

Eine musikalische Lesung als eindrückliche Auseinandersetzung mit der Sehnsucht nach der Heimat, aufgetischt von der Mostothek im Hof des Volkskundemuseums, hinterfotzig in Szene gesetzt von Florin Mittermayr (vulgo Andessner) und in klingende Farben gegossen von Otto Lechner (Akkordeonist aus dem Dunkelsteinerwald) und Max Nagl (Saxophonist aus dem Salzkammergut).

Eine Veranstaltung von GESOKS.

Einlass ab 17.00 Uhr
Eintritt frei

Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15–19, 1080 Wien

T: +43 1 406 89 05
F: +43 1 408 53 42
E: office@volkskundemuseum.at
W: www.volkskundemuseum.at

Öffnungszeiten
Museum:
Di bis So, 10.00 bis 17.00 Uhr
Do, 10.00 bis 20.00 Uhr
Bibliothek:
Di bis Fr, 9.00 bis 12.00 Uhr

Hildebrandt Café:
Sommeröffnungszeiten bis 30.9.
Di und So, 10.00 bis 18.00 Uhr
Mi bis Sa, 10.00 bis 23.00 Uhr

Mostothek:
Di, ab 17.00 Uhr


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