Das angefochtene Kopftuch

Das Kopftuch ist eine Selbstverständlichkeit im Alltag der projektbeteiligten Wiener Schulen. Die Gespräche und Interviews des Projekts zeigen, dass es im Miteinander der Schüler*innen keinen wichtigen Identitätsmarker darstellt, schon gar keinen politischen (im Sinn eines „politischen Islam“).
Aus diesem Grund sind für die Schüler*innen – egal welcher Konfession oder konfessionslose – die allgemein-gesellschaftlichen Vorstellungen und Projektionen auf das Kopftuch schwer nachvollziehbar. Wie gegenüber anderen Aspekten der Bekleidung herrscht unter den Schüler*innen auch gegenüber dem Kopftuch ein liberaler Grundkonsens: Jede(r) soll tun, was sie oder er will. Die Politisierung des Kopftuches durch auf den Islam zugeschnittene Gesetze erscheint aus dieser Perspektive fragwürdig.

Die nicht-muslimischen Lehrer*innen problematisieren das Kopftuch stärker als die nicht-muslimischen Jugendlichen. Doch sind gegenüber dem gesellschaftlichen Mainstream die Positionen der Lehrer*innen, die mit einer großen Zahl muslimischer Schüler*innen im schulischen Alltag vertraut sind, differenzierter.



Volkskundemuseum Wien
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