Papageno backstage

Perspektiven auf Vögel und Menschen

Sa, 20.05.2006 – So, 29.10.2006
Was haben die Rolle des Papageno aus W.A. Mozarts "Zauberflöte" und die Modeerscheinungen der städtischen Bevölkerung im 18. Jahrhundert gemeinsam?
Die Rolle des Papageno ist eine der berühmtesten Figuren aus W.A. Mozarts an ausgeprägten Charakteren reichem Oeuvre. Er zählt ohne Zweifel zu den populärsten Operngestalten überhaupt. Als mythischer Vogelmensch (zuweilen im Federnkostüm) verkörpert er den burlesken Spaßmacher wie den einfältig-schlauen Naturburschen, der uns in der Zauberflöte als Vogelhändler entgegentritt.
Die Gestalt des Vogelhändlers war dem städtischen Publikum im 18. Jahrhundert wohl vertraut. Es gehörte zur Mode, sich einen Singvogel zu halten. Neben den heimischen Singvögeln waren besonders Kanarienvögel aus dem Harz beliebt. Auch die Familie Mozart hielt einen Kanarienvogel.

Ausgehend von der Figur des Papageno aus der Zauberflöte wird in der Ausstellung "Papageno Backstage" eine Kulturgeschichte rund um den Vogel, den Vogelfänger und Vogelhändler gezeigt. Der Vogelhändler nimmt in der Volkskunst als Typenfigur vielfältige Gestalt an, etwa in der Grödner Kleinplastik. Real waren die Vogelzucht und der Vogelhandel in Imst in Tirol vom Ende des 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Imster Vögel gingen bis Polen, St. Petersburg oder in die Türkei. Karl Zeller setzte den Tiroler Vogelhändlern mit seiner gleichnamigen Operette ein bleibendes Denkmal. Der Vogelfang im Salzkammergut wird bis heute heftig diskutiert.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog.

Ausstellungsidee und Konzept: Franz Grieshofer
Wissenschaftliche Mitarbeit: Thomas Aigner, Ernst Bauernfeind, Ulrike Dembski, Peter Donhauser

Eine Ausstellung des Österreichischen Museums für Volkskunde
Zusammenarbeit mit:
Naturhistorisches Museum Wien
Österreichisches Theatermuseum
Salzburger Festspiele
Technisches Museum Wien
Wienbibliothek, Musiksammlung
Wien Museum
Wiener Mozartjahr 2006
Wiener Mozartjahr 200
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