8.-11.6.2017, 18-22 Uhr, Performeum

Museum der Weltlosen

bei den Wiener Festwochen

Ein Museumsgebäude, eine massive Menge potentieller Objekte zwischen Abfall und Vitrinentauglichkeit, MuseumsmitarbeiterInnen bei der Arbeit, eine Reihe temporärer GastkuratorInnen und SpezialistInnen. Im Raum stehen große Fragen: Wie müsste ein Weltmuseum des 21. Jahrhunderts aussehen? Wenn das Verhältnis von ethnos (Volk), demos (Staatsvolk) und nomos (Ordnung des Raums) heute massiv ins Wanken gerät, wer kann was in wessen Namen sammeln? Wer sind die Subjekte von Kultur und Geschichte? Was gibt Zeugnis vom „Eigenen“ und vom „Anderen“, wenn Abweichung und Machtlosigkeit zur Norm eines neuen Feudalismus werden? Und wie lassen sich kulturelle Artefakte sammeln, die nur noch als digitale Codes auf Server-Farmen globaler Konzerne existieren?
In öffentlichen Arbeitgesprächen ...

Der Raum, das sind vier Abende von 8. bis 11.6.2017, die von Alexander Martos und Niko Wahl im Rahmen des „Museum auf der Flucht“ bei den Wiener Festwochen ausgerichtet werden. Jeweils in der Zeit von 18 bis 22 Uhr planen vier GastkuratorInnen und mehrere ExpertInnen ein zukünftiges Haus der Kulturen der Weltlosigkeit. Wie kann und soll eine Sammlung ohne Ort, eine Geschichte ohne Subjekte, ein Volk ohne Folgen gedacht und museal realisiert werden? Hat das Poröse der Kulturen der Weltlosen der Fülle privilegierter Welthaftigkeit etwas entgegen zu setzen?

Diskutiert werden Fragen der objekthaften Erinnerung, der Ermächtigung, der Protagonistenschaft, der Machtlosigkeit und der Repräsentation – aber auch der Geopolitik, der im/materiellen Kultur und des Finanzfeudalismus. Das System Museum wird dabei genauso unter die Lupe genommen wie die Gesellschaft die es hervorbringt und die sich in ihr spiegelnde globale Situation von Entrechtung und Macht.

Tür an Tür mit den Arbeitsgesprächen werden an diesen Abenden internationale ExpertInnen unterschiedlicher Felder eine Museumsmaschinerie in Gang setzen. Ihre – theoretisch informierten – Arbeits- und Planungsgespräche drücken sich dabei physisch in der Auswahl und Verarbeitung inhaltlich aufladbarer Objekte aus, die zuvor in Schliemannscher Fragwürdigkeit entlang der Fluchtrouten aufgesammelt und nach Westeuropa verbracht wurden. Die Objekte fügen sich durch den laufenden Diskurs zu kleinen Ausstellungen zusammen, deren Narrativ direkt aus dem Besprochenen entspringt.

... auf ein zukünftiges Haus der Kulturen der Weltlosigkeit spekulieren

Jeder der Abende bringt eine Ausstellung hervor, jeder der Abende trifft willentlich oder unwillentlich Entscheidungen über Objekte und deren musealen Wert, jeder der Abende wirft Fragen auf, die weit über den gängigen Rahmen alltäglicher Museumsarbeit hinausgehen. Letztlich geben die Arbeitsgespräche weniger Antworten, die im Sinne der Museumsarbeit Relevanz besitzen, sondern lassen uns mit Fragen zurück, die schmerzen wenn wir ihnen Beachtung schenken.

Weitere Programminformationen folgen in Kürze – siehe dazu auch: www.festwochen.at/programm

Museum der Weltlosen
Datum: 8.-11.6.2017
Uhrzeit: jeweils 18-22 Uhr
Ort: Akademie des Verlernens im Performeum (www.google.at/maps)
Volkskundemuseum Wien
Laudongasse 15-19, 1080 Wien

T: +43 1 406 89 05
F: +43 1 408 53 42
E: office@volkskundemuseum.at
W: www.volkskundemuseum.at

Dienstag - Sonntag 10-17 Uhr
Montag geschlossen
außer an Feiertagen
24. und 31. Dezember 10-15 Uhr

Schließtage:
1. Jänner, Ostersonntag,
1. Mai, 1. November,
25. Dezember

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